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Schenkungssteuer & Erbschaftssteuer

Immer mehr Menschen machen sich über eine Schenkung zu Lebenszeiten Gedanken, bevor die volle Erbschaftssteuer greift.

Alles zum Thema: Lebensversicherungen verschenken oder vererben

Wenn es um Erbschaften geht, hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Das geht aus einer Studie hervor, die die Erbschaften in Deutschland zwischen 2001 und 2010 berücksichtigt. In diesem Zeitraum sind aktuellen Schätzungen zufolge etwa zwei Billionen Euro vererbt worden. Gut 40 Prozent aller deutschen Haushalte waren dabei begünstigt.

Auch bei der Höhe der Erbschaften ergaben sich deutliche Veränderungen. 2001 wurden noch durchschnittlich Werte in Höhe von 170.000 Euro vererbt, 2010 waren es bereits 300.000 Euro. Erblasser, wie auch Erben werden dabei immer älter. Den größten Teil der Erben stellt die Altersgruppe über 60 Jahre. Allerdings haben sich 2010 auch zahlreiche Veränderungen im Bezug auf das Erbrecht ergeben.

Die Neuerungen im Erbrecht

Die Steuern, die für Erben von Immobilien und Unternehmen anfallen, haben sich erhöht. Und auch bei der Vererbung von Lebensversicherungen gibt es seit 2010 eine neue Bemessungsgrundlage – nämlich den aktuellen Rückkaufswert der Versicherung. Dieser dient als Grundlage zur Ermittlung der Schenkungssteuer. Vorher war die Grundlage anhand der anrechnungsfähigen Versicherungsbeiträge gegeben, wovon jedoch nur zwei Drittel herangezogen wurden.

Im Bezug auf Freibeträge, die gelten, haben sich hingegen Verbesserungen ergeben, denn diese wurden erhöht und ausgeweitet. Nicht nur nahe Verwandte, sondern auch entferntere Verwandte und eingetragene Lebenspartner werden seither berücksichtigt. Ebenfalls möglich ist eine sinnvolle Vertragsgestaltung, um Geld zu sparen oder gar Schenkungen zu Lebzeiten.

Lebensversicherung verschenken

Wer seinen Erben möglichst geringe Steuern ermöglichen will, sollte über eine Schenkung zu Lebzeiten nachdenken. Schenkungen, die zehn Jahre und länger zurückliegen, wurden nach altem Recht zur Ermittlung eines Pflichtteils angerechnet. Nach dem neuen Recht werden diese Schenkungen aus den letzten 9,5 Jahren flexibel angerechnet.

Beispiel:

Hat der Erblasser seine Lebensversicherung beispielsweise ein halbes Jahr vor seinem Tod verschenkt, so wird diese nur noch zu 90 Prozent für die Pflichtteilermittlung angerechnet. Liegt die Schenkung 9,5 Jahre zurück, so werden nur noch zehn Prozent angerechnet.

Sparen mit Freibeträgen

Ehepartner können sich zudem für eine Überkreuz-Police entscheiden. Dabei schließt jeder der beiden Partner eine Versicherung auf das Leben des anderen ab. Kommt es zum Todesfall wird die Versicherungssumme ausgezahlt, zählt aber nicht zur Erbschaft. Dadurch muss keine Erbschaftssteuer gezahlt werden.

Bezugsrecht beachten

Im Rahmen der Lebensversicherung wird grundsätzlich danach gefragt, wer die Todesfallleistung im Fall der Fälle erhalten soll. Hier muss man zwischen dem

  • einfachen Bezugsrecht und dem

  • unwiderruflichen Bezugsrecht

unterscheiden. Das einfache Bezugsrecht wird sehr häufig gewählt, weil man hier den Bezugsberechtigten jederzeit ändern kann. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Denn Bezugsberechtigte sollten stets genau deklariert werden. Wird eine Floskel wie „Ehepartner des Versicherungsnehmers“ angegeben, bedeutet dies, dass der Ehepartner gemeint ist, der zum Abschluss der Versicherung mit dem Versicherungsnehmer verheiratet war. Sollte es später zu einer Trennung oder Scheidung kommen, bleibt der Bezugsberechtigte bestehen. Das gilt sogar bei einer erneuten Heirat. Deshalb ist eine Änderung des Bezugsberechtigten der Versicherung in jedem Fall mitzuteilen, damit nicht der Ex-Partner die Leistung ausgezahlt bekommt.

Das unwiderrufliche Bezugsrecht wird oftmals zur Absicherung in Unternehmen eingesetzt. Es besagt, dass die Person, die das Bezugsrecht für die Versicherung erhält, sofort mit dem Einsatz als Bezugsberechtigter einen Anspruch auf die Leistung hat. Eine spätere Änderung des Bezugsrechts ist in diesem Fall nur mit der Zustimmung des Bezugsberechtigten möglich. Diese Variante sollte also nur mit äußerster Vorsicht gewählt werden.

Sofern der Bezugsberechtigte vor Eintritt des Versicherungsfalls verstirbt, geht das Bezugsrecht auf dessen Erben über.