Kapital-Lebensversicherung

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Geschichte

Ein Tradition mit einer knapp 300 jährigen Geschichte.

Die Geschichte der Lebensversicherung

Die Lebensversicherung kann auf eine durchaus lange Geschichte und Tradition zurückblicken, die bis ins Reich des antiken Roms zurückreicht. Damals entstanden die so genannten Beerdigungsvereine. Sie trugen die Kosten für die Bestattung der Mitglieder und kümmerten sich ebenfalls um die finanziellen Belange von deren Hinterbliebenen.

Im 17. Jahrhundert entstanden in Frankreich die Tontinen. Bekanntester Vorläufer der heutigen Lebensversicherung ist allerdings der, bei dem sich

  • Schiffseigner,

  • Kaufleute und

  • Underwriter

im Lloyd´s Coffee House trafen. Dieses gilt noch heute als Vorläufer der Lloyd´s of London, einer der bekanntesten Versicherungsbörsen. Bei diesen Treffen gab es bereits erste Leistungszusagen auf das Leben von Menschen. Doch in England war eine andere Form der Lebensversicherung weiter verbreitet: Die Wette. Man schloss eine Wette auf das Leben Dritter ab. Später jedoch mussten hier Änderungen vorgenommen werden. Ein Lebensversicherungsvertrag konnte nur noch abgeschlossen werden, wenn man nachweisen konnte, dass das eigene wirtschaftliche Interesse am Überleben des Versicherten größer ist, als das an seinem Tode. Schon damals gab es Leistungen sowohl für den Todes-, wie auch für den Erlebensfall. Allerdings wurden diese Leistungen nicht kalkuliert, sondern anhand von Umlagen oder Wettarten finanziert.

In diesem Zusammenhang ist auch die so genannte Wettversicherung zu nennen. Sie war im 18. Jahrhundert in England weit verbreitet, wurde jedoch 1774 verboten. Dabei wetteten zwei Personen, dass eine dritte Person zu einem bestimmten Zeitpunkt noch lebte. Die dritte Person musste für diese Wette keine Zustimmung geben.

Die Lebensversicherungsmathematik

Edmond Halley gilt bis heute als Erfinder der Lebensversicherungsmathematik. Dabei wurde die moderne Lebensversicherung erst im 17. Jahrhundert entwickelt. Die erste Versicherung, die mit Beiträgen arbeitete, die versicherungsmathematisch bestimmt und altersabhängig waren, war übrigens die „Society für Equitable Assurances on Lives and Survivorships“. Sie entstand 1762 in London. Auf Grundlage der so berechneten Beiträge entstanden später übrigens auch die Sterbekassen, die ab dem 19. Jahrhundert an Bedeutung gewannen.

Lebensversicherung in Deutschland

In Deutschland entstand die erste Lebensversicherung 1827. Sie wurde von der Gothaer Lebensversicherungsbank verkauft. Diese gilt bis heute als erster deutscher Lebensversicherer und wurde von Ernst-Wilhelm Arnoldi aus Gotha gegründet. Er wird bis heute als Vater des deutschen Versicherungswesens bezeichnet.

Die traditionelle Form der Lebensversicherung stellt eine gemischte Versicherung dar. Bei dieser gibt es Leistungen für den Todes-, aber auch für den Erlebensfall. Gustav Hopf gilt als Begründer dieser Lebensversicherung und leitete selbst jahrelang die Gothaer Lebensversicherungsbank.

1892 war ein weiteres wichtiges Jahr für die deutsche Lebensversicherung. Otto Gerstenberg, der zu jener Zeit Direktor der Victoria zu Berlin war, führte die erste Lebensversicherung für jedermann ein. Diese sah vor, dass jedem Bürger eine Lebensversicherung verkauft werden konnte, unabhängig davon, wie sein sozialer Status aussah oder in welcher finanziellen Lage er sich befand. So wurde die Lebensversicherung in Deutschland schnell zur Volksversicherung.

Weitere Entwicklungen in der Lebensversicherung

Nicht nur in England und Deutschland entwickelte sich die Lebensversicherung. Auch in vielen anderen Ländern konnten einige wichtige Meilensteine gelegt werden:

  • 18.06.1853: Walter Gybbons (versicherte Person) und 16 Underwriter unterzeichnen in London den ersten Vertrag über eine Risikolebensversicherung, der überliefert wurde. Darin hieß es, Richard Martin, ein Ratsherr, erhalte einen Betrag von 382 Pfund, wenn Gybbons innerhalb eines Jahres sterben würde.

  • 1759: Gründung der Corporation for Relief of Poor an Distressed Widows and Children of Presbyterian Ministers

  • 1760er Jahre: Verkauf von Lebensversicherungen in den USA beginnt.

  • 1769: Gründung eines ähnlichen Fonds wie für die Presbyterianer durch die Priester der episkopalischen Kirche. Damals agierte man noch mit dem Umlageverfahren.

Ein dunkler Fleck in der Geschichte der Lebensversicherung findet sich in den USA. Bevor es zum amerikanischen Bürgerkrieg kam, wurden hier viele Sklaven versichert. Die Entschädigungen erhielten jedoch die Sklavenhalter. Seit 2001 bzw. 2003 gelten aber neue gesetzliche Regelungen. Diese verpflichten die Versicherer dazu, ihre Archive zu durchforsten. Finden sich darin entsprechende Verträge, so sind diese heranzuziehen und damit die Ansprüche der Nachkommen zu befriedigen.