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Fondsgebundene Lebensversicherung

Anders als bei einer klassischen Lebensversicherung werden hier die Kundengelder in Fonds angelegt. Dadurch konnten die fondsgebundenen Policen gerade in den letzten dreißig Jahren deutlich höhere Renditen erwirtschaften.

Die fondsgebundene Lebensversicherung

Wer sich für eine Lebensversicherung interessiert, kann hier grundsätzlich zwischen verschiedenen Varianten wählen. Zum einen gibt es die Risikolebensversicherung, die einen sehr günstigen Todesfallschutz bietet, zum anderen die kapitalbildende Lebensversicherung, die nicht nur den Todesfallschutz ermöglicht, sondern auch der Altersvorsorge dient.

Die dritte Variante ist die fondsgebundene Lebensversicherung. Sie stellt eine Sonderform dar, da sie die Kombination aus Fondsanlage und Risikolebensversicherung ermöglicht.

Die fondsgebundene Lebensversicherung bietet ihren Kunden eine Menge Vorteile, allen voran höhere Renditechancen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Fonds, in die investiert wird, auch entsprechend gute Werte erzielen können.

Grundlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung investiert die eingezahlten Beiträge nicht in festverzinsliche Wertpapiere oder ähnliches, sondern in Fonds. Diese können unter Umständen selbst ausgewählt werden, wobei eine Unterscheidung in

  • Aktienfonds,

  • Rentenfonds und

  • Mischfonds

häufig zu finden ist. Das Risiko dieser Anlagen, das in der Natur der Sache liegt, wird vom Versicherungsnehmer getragen. Einen Garantiezins, wie er bei anderen Lebensversicherungen üblich ist, gibt es nicht. Aufgrund der eigenen Risikobereitschaft wird ein bestimmter Fondsbereich ausgewählt. Realisierbar sind ebenfalls gemanagte Fonds. Das heißt, dass der Versicherer das Vermögen entsprechend der aktuellen Marktlage umschichten kann, in Anleihen, festverzinsliche Papiere oder Aktien.

Am Ende der Laufzeit werden die Fondsanteile regelmäßig verkauft. Dabei gilt der aktuelle Marktwert. Aus diesem wird dem Versicherer eine einmalige Auszahlung oder eine monatliche Rentenzahlung gewährt. Gleichermaßen wird im Todesfall verfahren, wobei der aktuelle Wert der Fonds an die Hinterbliebenen einmalig ausgezahlt wird.

Vorteile der fondsgebundenen Lebensversicherung

Eine fondsgebundene Lebensversicherung soll dem Versicherungsnehmer viele Vorteile bieten. Dazu zählen unter anderem folgende:

  1. Steuerersparnisse (mehr zum Thema Besteuerung)

    Zunächst werden die Steuereinsparungen immer wieder betont. Voraussetzung dafür, dass nur die Hälfte der Erträge aus der Versicherungspolice zum persönlichen Steuersatz versteuert wird, ist eine mindestens zwölfjährige Laufzeit. Außerdem darf die Auszahlung frühestens mit dem 60. Lebensjahr beginnen. Beiträge müssen für wenigstens fünf Jahre gezahlt werden und der Todesfallschutz muss wenigstens 60 Prozent ausmachen. Als Sonderausgaben kann die fondsgebundene Lebensversicherung allerdings nicht geltend gemacht werden.

  2. Fonds-Sondervermögen

    Die Sparanteile des Beitrags für die fondsgebundene Lebensversicherung werden in Fonds eingezahlt. Dort gelten sie als Fonds-Sondervermögen. Das heißt, der Versicherungsnehmer wird am Fondsvermögen beteiligt. Allerdings muss das so genannte Sondervermögen getrennt vom eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft gehalten werden. Dadurch kann es auch nicht zur Tilgung von Schulden der Kapitalanlagegesellschaft herangezogen werden. Ebenso wenig kann es genutzt werden, um hohe Kosten der Versicherungsgesellschaft zu tragen.

Nachteile der fondsgebundenen Lebensversicherung

Neben den Vorteilen bietet die fondsgebundene Lebensversicherung auch eine ganze Reihe von Nachteilen. Dabei sind unter anderem folgende zu nennen:

  • Anlagerisiko

    Das Anlagerisiko liegt vollständig beim Kunden. Je nach Anlageklasse, Fonds und aktueller Marktlage können hohe Verluste entstehen. Eine garantierte Rückzahlung der eingezahlten Beiträge kann so nicht gewährt werden. Jedoch gibt es mittlerweile auch sogenannte Garantiefonds die man in den Policen mit einbauen kann.

  • Kosten

    Auch die Kosten zählen zu den Nachteilen der fondsgebundenen Lebensversicherung. Diese können in den ersten Jahren je nach Versicherer bis zu 20 Prozent und mehr ausmachen. Die Abzüge für den Todesfallschutz sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet. Dadurch sind genauso eventuelle Rückkaufswerte entsprechend gering.

  • Fondsauswahl

    Auch die Fondsauswahl ist bei vielen Versicherern alles andere als gut. So werden oftmals nur hauseigene Fonds vermittelt, da die Versicherer mit entsprechenden Investmentgesellschaften stark verbandelt sind. Das zeigt folgende Aufstellung sehr deutlich:

    • 2009: 70 Prozent der Kundengelder der Generali wurden in hauseigene Fonds gesteckt

    • 2009: 95 Prozent der Kundengelder der Zürich wurden in Fonds gesteckt, die von Töchtern der Deutschen Bank verwaltet werden.

    • 2008: 80 Prozent der Kundengelder der Allianz wurden an die Allianz Global Investors geleitet

Worauf muss man bei der fondsgebundenen Lebensversicherung achten?

Natürlich sollte man aufgrund der vielen Nachteile der fondsgebundenen Lebensversicherung auch einige Punkte beim Abschluss beachten. Dazu zählen folgende Dinge:

  • Rechtslage aktuell prüfen, zusätzliche Steuerrestriktionen sind möglich.

  • Fonds sollten während der Laufzeit gewechselt werden können, selbst wenn hierfür oft überzogene Gebühren anfallen, kann dies sinnvoll sein.

  • Fondsanteile sollten bei Vertragsende bei Bedarf behalten werden können. So verzichtet man zwar auf die Auszahlung zum Stichtag, kann aber bei einer Flaute an der Börse von dieser auch nicht so heftig getroffen werden.

  • Die Auswahl der Fonds sollte möglichst groß sein und nicht nur auf hauseigene Fonds beschränkt.

  • Eine gute Beratung zur Auswahl passender Fonds sollte geboten werden.

Hier ist also ein genauer Tarifvergleich der fondsgebundenen Lebensversicherungen überaus wichtig um auch langfristig mit der Wahl der Police glücklich zu sein.

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Fazit:

Wer vorausschauend denkt und dabei auf klare Vermögensverhältnisse setzen will, präferiert sicherlich die so genannte fondsgebundene Lebensversicherung. Hierbei handelt es sich in gewisser Weise um eine Fondsanlage, welche entweder an eine Renten- oder an eine Lebensversicherung „gekoppelt“ sein kann. Sie kann dem Versicherungsnehmer in der Regel weitaus höhere Renditen bescheren, als dieses die klassische Kapitallebensversicherung zu tun vermöchte. Ein Grund dafür ist – Expertenmeinungen zufolge – wohl auch der folgende, gravierende Umstand: die eingehenden Beiträge der Versicherungsnehmer sowie die Unternehmensgelder werden bei der Bilanzierung – aus welchen Gründen auch immer – nicht voneinander separiert, so dass dieses „offene Hintertürchen“ vom einen oder anderen Versicherungsanbieter dementsprechend genutzt werden könnte, um anderweitige, spezifische Ausgaben (z. B. Unternehmensgewinne) abzudecken.

Aufgrund aktueller Veränderungen (zugunsten der Versicherungsnehmer) bleibt besagtes „Hintertürchen“ künftig allerdings geschlossen, denn seit Kurzem gelten für die Versicherungsunternehmen weitaus strengere Richtlinien. Auch im Hinblick auf die Gewährung von Garantien entwickelt sich die Situation im Bereich der Lebensversicherungen um ein Vielfaches entspannter – zugunsten der Verbraucher.

Bei der fondgebundenen Lebensversicherung müssen dann die vom Anleger eingezahlten Beiträge bzw. die jeweils beinhalteten Sparanteile gemäß gesetzlicher Vorgaben in jedem Fall als Fondssondervermögen verbucht und letztendlich auch in der Bilanz erfasst werden.

Auf diese Weise dürfen also die betreffenden Versicherungsnehmer in vollem Umfang davon profitieren, dass die Erträge ihrer Fondsanlagen letztendlich vollständig ihnen zugute kommen werden. Generell kann man sagen, dass die fondsgebundene Lebensversicherung eine sehr bequeme und unkomplizierte Anlagevariante darstellt und darüber hinaus auch zum Teil entscheidende, steuerliche Vorteile mit sich bringen kann.