Lebensversicherung – Versicherungsunternehmen gewinnt Rechtsstreit um mehr Zinsen

Geschrieben von am 19. Februar 2015

Der Bundesgerichtshof hat eine Klage eines Rentners abgewiesen, der mehr Zinsen für seine abgelaufene Lebensversicherung haben wollte. Der Rentner hatte gegen die Allianz ein Verfahren angestrebt, dem größten deutschen Lebensversicherer. Die früheren befragten Instanzen hatten bereits ihrerseits eine Klage abgewiesen.

Wie genau war die Ausgangssituation?

Der Rentner hielt das Vorgehen der Allianz, seinen Anteil an den Kursgewinnen festverzinslicher Wertpapiere – auch Bewertungsreserven genannt – mit einer Beteiligung an den Zinsüberschüssen zu verrechnen, für unzulässig. Er war der Meinung, dass die Bewertungsreserven zu dem Schlussüberschuss dazu hätten addiert werden müssen. Leider sah der Bundesgerichtshof das anders und war der Meinung, dass die Versicherung den Mann korrekt an den Bewertungsreserven beteiligt hat.

Die Transparenz der deutschen Versicherungsunternehmen und die Berechnungen der Überschüsse sind in letzter Zeit häufig in Kritik geraten. Mit diesem vorliegenden Fall ist also ein erneuter Versuch, einmal die Zahlen offenzulegen, damit die versicherten Kunden zufrieden sein können, ins Leere gelaufen.

Meinungen:

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV) sieht es mit den Augen der Versicherten: „Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Bundesbürger, der seine Altersvorsorge in die Hände der Versicherungswirtschaft gelegt hat“. Er kritisiert die Tatsache, dass sich die Kunden der Versicherungen darauf verlassen müssen, was Ihnen von der Versicherungsgesellschaft gesagt wird. Er äußert: „Dem legalen Betrug der Versicherer sind damit weitere Tore geöffnet worden, denn eine Überwachung der individuellen Berechnungen der Versicherungsunternehmen findet nicht statt, und wird durch diese Intransparenz verhindert“.

Anderer Meinung dagegen war der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und lässt verlauten: „Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) bestätigt, dass die Beteiligung eines Kunden an den Überschüssen und Bewertungsreserven angemessen erfolgt ist. Das Berechnungsverfahren des Unternehmens wurde somit vom BGH als korrekt bewertet.“

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