Totgesagte leben länger
Die Lebensversicherung scheint für die Versicherungsgesellschaften unattraktiv geworden zu sein. Denn schon seit einigen Jahren wird sie totgeredet. Dabei greifen immer noch viele Anleger gerade im Hinblick auf eine Altersvorsorge gerne auf die altbackene Lebensversicherung zurück. Am liebsten sogar, ohne dabei das Risiko einer Fondslebensversicherung mitzugehen. Die Anleger wollen, dass ihr Geld ganz klassisch angelegt wird und eine zuvor vereinbarte monatliche Auszahlung zum Stichtag X. Dafür verzichten sie sogar auf einige Prozentpunkte Verzinsung, die bei einer anderen Anlageform durchaus möglich wären.
Gert Wagner ist Chief Product Officer bei der Swiss Life AG und hat auf dem Brownbag Seminar des MRIC (Munich Risk and Insurance Center) einen Vortrag eben genau über das Ende der Lebensversicherung gehalten. Er sieht das Problem vor allen Dingen in den schlechten Zinsen auf dem Kapitalmarkt und den Solvency II Regeln, die ab dem 1. Quartal 2013 auch in Deutschland eingeführt sein sollen. Die Versicherungen haben sich schon auf den Wegfall der Lebensversicherung eingerichtet und zahlreiche neue Formen der Altersabsicherung entwickelt. Dazu gehören auch die eingangs genannten fondsgebundenen Lebensversicherungen und selbstverständlich die von der Swiss Life AG entwickelte Swiss Life Champion, die aufgrund der variablen Annuitäten natürlich stark erklärungsbedürftig ist. Dafür ist sie aber nicht schöngerechnet und lässt sich irgendwie auch mit einer klassischen Lebensversicherung vergleichen.
Wie auch immer, egal ob Versicherungsvorstände, Versicherungsmakler oder Ratingagenturen: Letztendlich entscheidet der Kunde und der möchte zumindest derzeit noch seine lieb gewonnene Lebensversicherung abschließen dürfen. Ganz klassisch und vor allen Dingen ohne Geldmarktbrimborium …