Verbraucherschützer bewerten die Sterbegeldversicherung

Geschrieben von Anett B. am 26. November 2011

Jedes Jahr in der Herbstzeit bewerten die Verbraucherschützer die Sterbegeldversicherung. Auch bei den Verbrauchern selbst kommt in dieser Zeit eine höhere Sensibilität für diese Sonderform einer Lebensversicherung auf. Dennoch sollte der Abschluss der Versicherung wohl überlegt sein.

Bei den Bewertungen der Verbraucherschützer fiel die Sterbegeldversicherung einmal mehr durch. Sie sei überflüssig und man solle besser nach Alternativen suchen, wie die Sterbegeldversicherung zu kündigen und einen Banksparplan abzuschließen. Die ausgesprochenen Empfehlungen der Verbraucherschützer sind nach Ansicht von Experten dagegen für Senioren kaum umzusetzen. Auch werden die Nachteile, die mit einer Kündigung einhergehen, weitestgehend verschwiegen.

Banksparplan als Alternative: Was bringt es?

Den Banksparplan als Alternative anzugeben, sehen Experten der Branche kritisch. Zunächst einmal müsse man sich dafür das Modell der Sterbegeldversicherung ansehen. Ein Rentner, der mit 65 Jahren eine Sterbegeldversicherung abschließt, muss mit Kosten um die 30 Euro pro Monat rechnen, um einen Versicherungsschutz von 5.000 Euro zu erhalten. Diese Kosten muss er bis zum 85. Lebensjahr tragen.

Dafür erhöht sich bei der Sterbegeldversicherung dann allerdings die Versicherungssumme um Boni, Gewinnzuschläge und Co. Die garantierte Versicherungssumme in Höhe von 5.000 Euro wird dementsprechend deutlich erhöht. Die Zahlung der garantierten Versicherungssumme kann nach einer Wartezeit, die in der Regel zwischen sechs und 36 Monaten liegt, in Anspruch genommen werden, auch wenn der Betrag noch nicht angespart wurde.

Schaut man sich jetzt den Banksparplan an, so wird schnell deutlich, dass dieser nur den Betrag auszahlt, der bereits angespart wurde. Um die gewünschten 5.000 Euro zu erhalten, müssen Verbraucher also entweder sehr viel höhere monatliche Beiträge zahlen, die sie allerdings aufgrund geringer Renten kaum finanzieren können, oder sie müssen deutlich länger auf den Banksparplan einzahlen.

Kosten der Versicherung sind ein Kritikpunkt

Die Kosten, die beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung anfallen, sind einer der heftigsten Kritikpunkte, die auch berechtigt sind. Allerdings wird genauso ein Banksparplan nicht völlig kostenfrei zur Verfügung gestellt. Weiterhin ist fraglich, wie es aussieht, wenn die Person, die den Sparplan abgeschlossen hat, pflegebedürftig wird. Eine seriöse Sterbeversicherung kann für die Pflegekosten nicht heran gezogen werden, da sie der Absicherung der Würde des Menschen dient. Bei einem Banksparplan sieht das anders aus. Muss er verwertet werden, bleibt keine Reserve für die Beerdigung.

Wird die Sterbegeldversicherung nun gekündigt, wie die Verbraucherschützer es raten, ist davon auszugehen, dass nur ein Teil des eingezahlten Kapitals wieder zur Auszahlung kommt. Wie bei jeder Lebensversicherung ist der Rückkaufswert auch bei der Sterbegeldversicherung deutlich unter den bereits eingezahlten Beiträgen angesiedelt.


  • Share/Bookmark

Kommentare als RSS

Einen neuen Kommentar schreiben:

 

 

 

* Pflichtfelder